Internationales Osterturnier in Wien: Tiroler U18-Team siegte in 9 Spielen 8 Mal!
Acht Siege en suite! Davon vier am Karfreitag! Und weder das hünenhafte Power-Team „Ridzene 1“ aus der Basketball-Top-Nation Litauen (vier über 2m!) noch die unbändigen Pressing-Hustler der jungen Timberwolves Wien konnten sie stoppen: Unser Tiroler SVO-U18-Team mit Benni Haid, Marvin Riedl, Radoje Lacmanovic, Faik Hamidovic, Simon Auer, Tom Abentung und Mattias Duelli.
Mit dem eleganten und B-Liga-erfahrenen „Xi“-Forward Lorenz Gerstendörfer, und allen voran Spielmacher Nemanja Markovic aus Tuzla sowie zwei weiteren Jung-Bosniern (Amer Delacic, Almir Husic) hatte man sich zusätzlich verstärken müssen, um konkurrenzreif zu sein. Da ja – und das ist der einzige Wermutstropfen in der Erfolgsgeschichte – drei Eckpfeiler des SVO-Teams (Bechrakis, Reiter, Jasaragic) lieber zu Hause geblieben waren als mit ihrem Team tiroler Basketballgeschichte mitzuschreiben. „Ich möchte 2016 unbedingt nach Innsbruck kommen, um mit eurem Team in der B-Liga zu spielen“, sagte Nemanja beim Abschied in Wien. Und auch sein Coach Adnan Zunic, der Coach Hans Licha tatkräftig unterstützte, stimmte diesem Wunsch zu. Zusammen mit dem Vilsbiburger „Einser“ und unserem „Flying Dreier-Benni“ war der 17-jährige Nemanja  der herausragende Spieler dieses Turniers in der Klasse MU18. In der ein Tiroler Team unter 46 Mannschaften aus 10 Nationen verdientermaßen auf Platz zwei landete!
Vorrunde:
SVO – Cordenons Venezia 69:37
Mit den quirligen, italienischen Defensiv-Hustlern hatte das SVO-Team nur im 1. Viertel Probleme. So lange brauchte Nemanja, um seinen Teamkameraden aus Tirol die richtigen Laufwege in Offense und Defense zu weisen. Dann wurde der von den Coaches entworfene Game-Plan erfolgreich umgesetzt.
SVO – SV Lerchenberg (D) 102:49
Unglaublich! Schon im zweiten Spiel spielte das Tiroler Team wie aus einem Guss! Adieu, du gestrige Turnover-Orgie, willkommen Siegestaumel! Was diszipliniertes Spiel nur alles ausmacht! Diese Erfahrung ist für Tom, Marvin, Mattse und Co. unglaublich viel wert. Und war hoffentlich das Aha-Erlebnis, dass nur Team-Play und richtige Defense zum Erfolg führen.  Die „Piefke“  verließen das Feld wie begossene Pudel. Sogar die Help-and-recover-Defense – bisher große Schwäche - klappte. Alle spielten, alle scorten: Einfach toll!
SVO – Marzahn Berlin (D) 57:41
Hoppla, da war er wieder, der Schlendrian! „Marzahn verlor gegen Lerchenberg: die vernaschen wir!“, war wohl die Devise der SVO-Jungs. – Denkste! Wieder die alten Fehler („Ich will auch glänzen“), keine Defense, keine Offense: Und schon ist´s vorbei mit der Herrlichkeit. Erst ab der 2. Spielhälfte kehrte man zum Team-Basketball zurück. Zwar war der Sieg nie in Gefahr, aber diese Leistung war – wohl nach einer überlangen Nacht! – die schlechteste.
SVO – DJK Sportbund Rosenheim (D) 71:52
Ein hart erkämpfter Sieg gegen ein Team, das der traditionsreichen, hervorragenden Rosenheimer Basketballschule alle Ehre machte. Die Deutschen präsentierten sich in der Defense bestens zusammengespielt und zeigten den Tirolern zunächst vor,wie dies geht. Erst, als das SVO-Team ebenfalls ein Bollwerk aufbaute und Härte mit Härte, aber auch Klasse und Teamgeist erwiderte, lief das Spiel auf der schiefen Ebene für uns. Gegen Benni, Lorenz und Nemanja, den unermüdlichen Organisator in Offense und Defense, hatten die Deutschen nichts Gleichwertiges entgegen zu setzen. Überraschung schlechthin:  Rado, der in seiner bisherigen Karriere eher durch „Ballfang-Finten“ Jogging-Tempo  auffiel, avancierte über Nacht zum „Meister des Rebounds und der blockierten Würfe“! Und erhöhte sein Tempo von „dem kann ma d´Hosen beim Laufen flicken“ zum „fast schon Sprint!“ Bestens unterstützt von Faik und Simon, die ebenfalls explodierten! Aber auch Marvin, Tom und Mattse blühten unter der Regie von Nemanja und „Mezza“ (Almir) herzerfrischend auf. Vier Siege in der Vorrunde, 1. Platz, ganz einfach bravo!
Tabelle, Vorrunde Gruppe B:
1.    SVO Innsbruck 8P, 4 Siege, 2. Rosenheim (7/3), 3. Cordenons (6/2), 4. Lerchenberg (5/1), 5. Marzahn (4/0).
Tiroler Basketballgeschichte am Karfreitag: Vier Siege, Finaleinzug!
Was unsere Jungs an diesem Tag ablieferten war einfach bewundernswert: Sieg in der Zwischenrunde, zwei Siege im Viertelfinale, Sieg im Halbfinale! Um 10.30 Uhr, 13.45h, 16.30h und 20.30h mussten sie ran: Allein diese irre Belastung zu überstehen, ist übermenschlich! Diesen Unsinn sollte der Veranstalter schleunigst überdenken. Zumal die Verletzungsgefahr sich – zusätzlich durch verantwortungslose Schiedsrichter – bei so einer Ansetzung potenziert. Eine weitere Folge: Bennis programmierter Sieg beim Slam-Dunk-Contest fiel dieser saudummen Ansetzung (Karfreitag, 19 Uhr) zum Opfer: Ein Eigentor der Organisatoren! Denn auch viele andere „Könige der Lüfte“ (etwa Michael Lanator von den Basketflames) mussten wegen Überbelastung auf das „Big-Event“ verzichten. Auf das sie monatelang hin trainiert hatten! Somit gab´s dort nur einen glanzlosen Eintopf-Dunk-Sieger.  Und leider drei Verletzte im SVO-Team: „Mezza“ Husic (der Einser Nemanja bei dessen notwendigen Spielpausen bestens ersetzte) fiel mit Bänderriss aus. Benni Haid, Opfer unzähliger, wüster und ungeahndeter Attacken, spielte mit einer Knieverletzung weiter. Und Mattse  Duellis Hüfte wurde einer „Parallelverschiebung“ unterzogen. Aber all das steckte unser Team weg. Und stürmte ungeschlagen ins Finale!
Zwischenrunde:
SVO – Universal Basket 48:25

Erste Aktion: „Mezza“ stürmt zum Lay-Up, wird von hinten unterlaufen und bleibt schmerzverkrümmt liegen: Vermutlich Bänderriss!. Das ist den Schiris egal, sie pfeifen nicht einmal ab. Nemanjas und Bennis überragender Klasse begegnen die Italiener mit gemeinen, derben, hinterhältigen Fouls: Sie wurden allesamt nicht geahndet, wohl aber jedes kleinste Vergehen der Tiroler. Foul-Verhältnis 6 (!):24 zugunsten unserer aggressiven Gegner! Den Kantersieg der Tiroler konnten aber auch nicht diese zwei Parteiischen verhindern.
Viertelfinale:
SVO – Ridzene 1 (Litauen) 55:46, Benni „on fire“!
Der spätere Turniersiger Vilsbiburg (D) hatte in der Vorrunde die bärenstarken Litauer gerade einmal um einen Punkt äußerst glücklich geschlagen. An diesem Ergebnis muss man unser Team messen, um seine Spielstärke richtig einzuschätzen. (Und nicht an der hohen Final-Niederlage, als leider Luft und Kraft fehlten). So toll und gekonnt Nemaja unser Team wieder zum Sieg führte, einem gebührt hier ein Sonderlob: Benni Haid, gehandicapt durch seine Knieverletzung, in seinem Drang zum Dunken komplett eingebremst, war trotz allem „on fire“. Die siegessicheren Litauer erstarrten ob seiner Dreier-Serie (acht von zehn getroffen, davon vier aus 9-10m Entfernung!) zu Salzsäulen! Und als Nemanja nach Wurfpech in der 2. Hälfte dann auch alles traf, waren die Riesen aus dem Mutterland des Basketballs geschlagen! Jeder im SVO-Team wurde mitgerissen und lief zur Höchstform auf. Eine sagenhafte Leistung! Unvergesslich! Die totale Sensation!
SVO – Ostfriesen 56:40
Warum dieses zweite Spiel im Viertelfinale überhaupt stattfinden musste, weiß kein Mensch. Die „Synonyme zu den Burgenländern“ – über beide werden dieselben Witze gemacht – waren um zwei Klassen schwächer als die Litauer. Zudem mussten sie im Viertrelfinale nur einmal ran: Zufallsprodukt einer wenig durchdachten Auslosung. Sofern dies überhaupt möglich war, wurden die Kräfte geschont. Denn nun stand ein Team im Halbfinale, das zuvor niemand auf der Rechnung gehabt hatte: SVO Innsbruck!
Halbfinale:
SVO – Timberwolves 62:60
Die konditionell äußerst starken Wiener hatten im Viertelfinale überraschend das 2. litauische Team ausgeschaltet. Währenddessen lagen die SVO-ler in der Stadthalle flach und „halb tot“ am Boden. Mit Bananen und Cola versuchten sie ihre Krämpfe und den Zuckermangel zu bekämpfen. Doch um 20.30 Uhr liefen sie zum 4. Mal  ein. Und boten der mit Timberwolves-Anhängern vollgepfropften Halle schon beim Aufwärmen eine heftig akklamierte Dunking-Show. In Unterzahl, doch unüberhörbar, feuerten die TI-Mädels sowie Driton Sabani und Mansata Cisse (sie verstärkten in Ermangelung eines Tiroler Teams die U-20 der Basketflames) unsere tapferen Helden an. Solange die Kräfte reichten, waren die jungen Wiener gegen unser Team  chancenlos! Trotz ihrer wirklich gekonnten Pressing-Defense und ihrer schnellen Gegenangriffe. Wiederum scorte Benni jede Menge Dreier. Bei plus 12 für SVO, 2 Minuten vor Schluss, schien das Spiel gelaufen. Doch mit zwei Mann gegen Nemanja holte das Heimteam Punkt um Punkt auf. Bei 60:60, 12 Sekunden vor Ende, verwandelte Nemanja – der zuvor bei jedem Ballvortrag drei Mal ungeahndet gefoult worden war –beide Freiwürfe. Und mit letzter Kraft erzwangen die Tiroler den Sieg.  Der Verzweiflungs-Dreier der Wiener ging daneben: Finaleinzug und Jubel ohne Ende!
Finale:
SVO-Vilsbiburg 38:85
Das Ergebnis täuscht: Die Tiroler hatten im Halbfinale nicht nur ihre Kraft sondern auch ihr Herz und ihren Siegesmut aufs Spielfeld geworfen und dort „vergessen“. Im Finale war dann nach einem Viertel nichts mehr verfügbar. Die Deutschen hatten immer noch Kraft, wir leider nicht mehr. Das tut der tollen Gesamteistung dieses Teams jedoch keinen Abbruch. Nach Spielende schwor man sich ein: Wiedersehen bei der U20 im nächsten Jahr!
Ergebnisse MU22: Basketflames Wien mit Driton Sabani und Mansata Cisse von SVO:
Vorrunde: Basketflames – Berlin Tiger 53:29, Basketflames – BC Nürnberg 54:68, Basketflames – Rhein-Berg 51:31. Basketflames 2. In Tabelle.
Halbfinale: Basketflames – Luxembourg 49:77.
Driton Sabani avancierte zur Mannschaftsstütze! In Offense und Defense hervorragend! Für Mansata Cisse war diese Spielerfahrung äußerst wertvoll. Fangfinten am Rebound und Fehlwürfe nach tollem Move gab´s immer noch, aber die Steigerung war deutlich.
Hans Licha