Sinkende Hemmschwellen haben unter anderem mit mangelnder Erziehung, schlechten Vorbildern und Ignoranz zu tun.
Immer wiederkehrende Ereignisse, die Ärger und Unmut erzeugen, veranlassen die Redaktion, die Berechtigung dieser Frage an einigen Beispielen festzumachen.
Das alljährliche Thema zum vermüllten Olympiabrunnen wird hierbei nur am Rande erwähnt, da es bereits in den Medien verarbeitet wurde und sich bis zum Erscheinen der Stadtteilzeitung hoffentlich erledigt hat – bis zum nächsten Jahr!


Wie kann es sein, dass:
Beispiel 1 – noch immer zu viele HundebesitzerInnen im Schutz der Dunkelheit oder auch ganz selbstverständlich ihre Lieblinge auf Gehsteigen, Rasenflächen und in Parkanlagen die Notdurft verrichten lassen und diese nicht in den roten Säckchen, die dafür da wären, entsorgen?

Wie kann es sein, dass:
Beispiel 2 – immer wieder die Diskussion geführt wird, ob man bei den Wohnblocks nicht doch Schranken machen sollte, weil einige unserer MitbürgerInnen ihre Autos dort wie selbstverständlich parken? Natürlich soll man be- und entladen dürfen, so ferne es notwendig ist. Die Innenhöfe sind aber keine Parkplätze. Schranken sind keine Lösung, sie bringen nur Probleme für Rettung, Feuerwehr, Essen auf Rädern usw. und zudem eine miese Optik. Es ist in jedem Falle sinnvoll, zuerst von Seiten der Eigentümergesellschaft auf bewusstseinsbildende Maßnahmen, wie Verwarnungen, aber auch auf verstärkte Kontrollen zu setzen, bevor die Kosten der Errichtung von Schranken sich eventuell in den Betriebskostenabrechnungen niederschlagen.

Wie kann es sein, dass:
Beispiel 3 – der Luggerplatz, ein schöner, moderner, multifunktionaler Platz, der  tagaus, tagein mit Verpackungsmaterial, Dosen, Flaschen, Essensresten (die übrigens die Tauben massiv anlocken) und verirrten Einkaufswägen vermüllt wird?
Die Hausmeister, die täglich die Reinigung durchzuführen haben, leisten Sisyphusarbeit und werden immer wieder von Anwohnern der Faulheit bezichtigt, obwohl ständig neuer „Mist“ dazukommt.

Die Zeit ist reif für eine neue Kultur, auch in einer „Wegwerfgesellschaft“, wie sie heutzutage leider besteht und mit der ausschließlich die Entsorgung von vermehrtem Müll jeder Art in den dafür bereitgestellten Containern gemeint sein sollte. Ganz bestimmt aber nicht, so traurig die Entwicklung unserer Gesellschaft in dieser Hinsicht ist, dass mutwillige Vermüllung von Plätzen, Parks, Hauseingängen
und Verschmierungen dermaßen zunehmen. Es mangelt haarsträubend an Erziehung und Vorbildwirkung, dafür nimmt die Ignoranz extrem zu. Gibt es Hoffnung auf eine Lösung? Jeder Einzelne von uns ist aufgerufen, aktiv und mit Zivilcourage „unser“ Verständnis für eine Kultur des Zusammenlebens zu verteidigen und anders Handelnde darauf aufmerksam zu machen.

MaLu