Ein verfrühter Wintereinbruch führte zu chaotischen Zuständen und stundenlangen Stromausfällen im ganzen Land. Auch unser Stadtteil war betroffen. In der Nacht zum 11. Oktober kündigten die ersten kräftigen Schneefälle den nahenden Winter an. Da auf den Bäumen noch massiv das Laub vorhanden war, konnten viele die Schneelast nicht mehr tragen und brachen teilweise ab.



1. Einsatztag - 05.00-19.00 Uhr

Kurz vor 5 Uhr früh wurden die Mitglieder der FF Neu Arzl von ihren Pagern aufgeweckt. "Ab/Umgestürztes Objekt - Bäume auf der Fahrbahn" lautete der erste Alarmierungstext. Ein Blick auf die Uhr, 04.59, da dachte ich mir noch "schön sind noch 2 Stunden bis zum Arbeitsbeginn da geht sich ein Bäumeeinsatz wohl noch locker aus". Kurz danach im Feuerwehrhaus drehte ich den Funk auf und hoppla, da war ja schon mächtig was los. Schnell wurde klar, dass alle Feuerwehren in der Stadt alarmiert waren. Manche der Einheiten waren schon kurz nach Mitternacht gerufen worden. So fing für uns dieser Tag an. Es kündigte sich ein längere Einsatztag an, weshalb wir gegen 06.00 Uhr einen Vollalarm für unsere Einheit auslösten. Spätestens jetzt wurden durch die Sirene auch die Bewohner unseres Stadtteiles geweckt. Unser erster Einsatz fand auf der Haller Straße statt. Mehrere Äste waren abgebrochen und lagen in beiden Fahrtrichtungen auf der Fahrbahn. Diese mussten weggeräumt werden und abgebrochene aber noch an den Bäumen hängende Äste wurden von uns entfernt bevor sie herunterfallen konnten.

Je näher der Arbeitsbeginn rückten, desto hektischer fingen die Feuerwehrmitglieder mit ihren Arbeitgebern zu telefonieren an. Es galt abzusprechen wer von den Feuerwehrmitgliedern für den Dienst an der Bevölkerung frei bekam und wer den Feuerwehreinsatz abbrechen musste um zur Arbeit zu eilen. Gottseidank zeigten die meisten Arbeitgeber großes Verständnis, obwohl in vielen Firmen nicht nur Feuerwehrmiglieder nicht zur Arbeit kamen, sondern auch viele Pendler, welche auf dem Weg zur Arbeit nicht mehr vorran kamen. Da dann noch Feuerwehrmitgliedern frei zu geben ist sicherlich keine leichte Entscheidung, aber für das Funktionieren solcher massiven Feuerwehreinsätze absolut notwendig, sonst würde man wohl vielerorts vergeblich auf Hilfe warten. Hier sei allen Arbeitgebern für das Freispielen von Feuerwehrkräften gedankt.

Laufend langten nun bei uns Meldungen über umgestürzte Bäume, verlegte Straßen, Gehsteige, Radwege usw. ein. Konzentrierten wir uns anfänglich auf jene Straßen über welche die Buslinien führten um diese schnellsmöglichst frei zu bekommen, galt es im nächsten Schritt die Gehwege für die Schulkinder frei zu machen. Dies war deshalb dringend erforderlich, da an vielen Stellen die Kinder vom Gehsteig auf die Straße auswichen um in die Schule zu gelangen. So wurde ein Einsatz nach dem Anderen abgearbeitet. Gegen 12.00 Uhr rückten wir erstmalig wieder in die Wache ein. Es ging sich eine kurze Pause aus, in welcher wir uns Pizza´s bestellen konnten. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir diese dann gegen 15.00 Uhr kalt verspeisen mussten, denn inzwischen spuckte der Drucker wieder neue Einsatzaufträge aus. So ging es bis kurz vor 18.30 Uhr weiter. Um diese Zeit beendeten wir den letzten Einsatz des Tages. Nach dem Einrücken folgte noch das obligatorische Reinigen der Einsatzgeräte und Fahrzeuge um diese wieder einsatzbereit zu machen. Erst im Anschluss konnten die Feuerwehrmitglieder nach Hause um nach einer heißen Dusche meist todmüde ins Bett zu fallen.



2. Einsatztag - 17.25-21.30 Uhr

Der nächste Einsatztag startete für uns relativ spät. Zufällig waren gerade ein paar Feuerwehrmitglieder auf der Wache, welche vom Bezirksgrundlehrgang zurückgekommen waren. Die Alarmmeldung betraf wieder Äste, welche gebrochen waren und herabzufallen drohten. Im Gefahrenbereich befand sich die Bushaltestelle gleich neben der Feuerwache und ein paar dort geparkte Fahrzeuge. Im Anschluss fuhren wir noch einen kurzen Einsatz in der Schützenstraße bevor wir uns zwei weiteren Einsatzstellen in der An der Lan Straße widmeten. Auch hier waren mehrere, entweder schon abgebrochene aber noch hängende oder angebrochene Äste zu entfernen. Bis kurz nach 21.00 Uhr war unsere Motorsäge zu hören bevor wir einrücken konnten. Auf der Wache wiederum das Einsatzbereitmachen der Fahrzeuge und Geräte.

 

3. Einsatztag - 14.32-17.30 Uhr

Ein schöner Sonntag, welcher nach dem Einsatzstress der letzten Tage Erhohlung in der Natur versprach. Dem war auch so bis kurz nach halb drei. Dann schlug der Pager wieder Alarm und widerum ging es um Bäume, Äste und der Gefahr des Herabfallens selbiger. Gleichzeitig forderte die Berufsfeuerwehr unsere Drehleiter zur Unterstützung für einen Einsatz in der Wiesengasse an, da die Leiter der BF einen anderen Einsatz hatte. Während die Drehleiter in die Wiesengasse fuhr, rückte die restliche Einheit in die Kajetan Sweth Straße aus. Durch den aufgekommenen Wind, wobei für unseren Stadteil war´s ein "leichtes Lüfterl", waren an mehreren Bäumen wieder Äste gebrochen und drohten auf den Gehsteig und die geparkten Fahrzeuge, sowie den dortigen Spielplatz zu fallen. Bis zum frühen Abend hatten wir sämtliche Gefahren beseitigt und konnten wieder einrücken. Selbiges Spiel wie am Vortag, Autos waschen, Motorsägen warten, Einsatzbekleidung reinigen um danach uns selbst zu reinigen.

Alles in Allem waren es drei einsatzreiche Tage. Viele Bäume in unserem Stadtteil sehen fürchterlich aus und das Amt für Grünanlagen hat in den nächsten Wochen sicherlich genug zu tun um die Bäume fachgerecht zu stutzen und die Äste aufzuarbeiten. Gottseidank wurden, zumindest in unserem Einsatzbereich, offensichtlich keine Personen verletzt sodass nur Sachschäden zu beklagen waren.

gez. Christian Winkler, Kdt.Stv.

 Alarmierung: 11.10.2013 um 04:59 Uhr - bis 13.10.2013 - 17.30 Uhr

Einsatzart: Technischer Einsatz

Einsatztext:
    Ab/Umgestürztes Objekt Bäume auf der Fahrbahn
Drohender Ab/Umsturz - Wohngebäude bedroht
Drohender Ab/Umsturz klein - Verkehrsfläche bedroht Schneelast drückt Bäume/Äste runter
Drohender Ab/Umsturz - Wohngebäude bedroht am Haus drohen Bäume um zu fallen
So oder ähnlich lauteten sämtliche Alarmmeldungen dieser drei Tage.....

 Einsatzort: Gesamter Stadtteil - Neu Arzl / Olympisches Dorf
im Einsatz standen: FF - Neu Arzl - in userem Stadtteil
in den anderen Stadtteilen Berufsfeuerwehr Innsbruck sowie sämtliche Freiwilligen Feuerwehren in Innsbruck

 Quelle: www.feuerwehr-neuarzl.at